Was ist erfreuliche Erziehung?

1. Kinder liebevoll behandeln

Manche Eltern haben einen warmen liebevollen Ton,
wenn sie mit ihrem Kind reden, wiederum andere wirken genervt, drohen oder schreien mit ihren Kindern. Warum gelingt es einigen diesen warmen und liebevollen Umgangston zu pflegen?

 

Verbringen Sie Zeit mit Ihrem Kind

Zeit zu verbringen heißt nicht, dass Sie Ihrem Kind ein Animationsprogramm bieten müssen, sondern immer dann Zeit haben, wenn es Ihnen etwas zeigen will, es Hilfe braucht, es Fragen stellt, sich mit Ihnen freuen möchte. Lieber oft ein paar wenige Minuten pro Tag, als sich nur einmal pro Tag ganz lang mit ihm beschäftigen. Seien Sie dann voll und ganz für das Kind da. D.h. Sie haben Augenkontakt wenn sie mit ihm reden, stellen vielleicht ein Rückfrage oder nutzen den Moment, um mit dem Kind zu reden, z.B. was es gezeichnet hat. Je kleiner die Kinder sind, desto schneller sollten Sie Zeit haben, wenn es Ihre Auf-merksamkeit sucht. Wenn Kinder älter werden, verstehen Sie zunehmend besser, dass sie auch mal eine Viertelstunde warten müssen. Halten Sie sich aber an die vereinbarte Zeit, die sie mit ihm abgemacht haben. So lernt das Kind:

Ich bin meinen Eltern wichtig mit meinen Anliegen,
auf meine Eltern ist Verlass und an Abmachungen muss man sich halten.

Zeigen Sie Ihrem Kind Ihre Zuneigung

Kuscheln Sie zwischendurch mal mit Ihrem Kind, zeigen Sie ihm Ihre Zuneigung durch Körperkontakt. Wenn Ihr Kind nicht der ‚Kuschler‘ ist, dann suchen Sie nach anderen Formen wie; rumalbern, kitzeln, massieren, necken, anlachen, zuzwinkern. So wird sich Ihr Kind angenommen und sicher fühlen.

Loben und ermuntern Sie Ihr Kind

Jeder Mensch braucht ein gewisses Maß an Aufmerk-samkeit, einige sind mit wenig zufrieden, andere benötigen viel davon. Schimpfen, schreien und drohen sind schlechte Arten von Aufmerksamkeit.
Trotzdem kann Ihr Kind lernen; meine Eltern sehen mich nur, wenn ich mich schlecht verhalte. Schenken Sie Ihren Kindern lieber viel Aufmerksamkeit, wenn es gerade gut läuft. Statt zu denken: „Endlich hängt es mal die Jacke auf“, sagen Sie lieber: „Schön, dass du daran gedacht hast, die Jacke aufzuhängen“. Ein aufrichtiges Lob wirkt wie eine Motivationsspritze und das Verhalten, das gelobt wurde, wird viel eher wieder gezeigt werden.

Richtig loben heißt:Dem Kind in die Augen schauen,
seinen Namen sagen und ihm genau mitteilen, was es jetzt gerade ‚gut‘ gemacht hat.

Ermutigung heißt, dass Sie das Kind sehen und es
auch sagen, wenn sich ihr Kind bei etwas Mühe gibt.

 

2. Sich achtender und respektvoller Umgang

Jeder Mensch möchte respektvoll behandelt werden. Sie sind Ihren Kindern Vorbild, wie man mit Menschen  umgeht. Wenn Sie nun gerade einen Konflikt haben und Sie dann laut werden, was werden Ihre Kinder dabei lernen? Genau – wenn mir etwas nicht mehr in den Kram passt, dann werde ich laut und beginne zu schimpfen und zu drohen. Achten Sie darauf, dass Sie Anweisungen sinnvoll formulieren:
Formulieren Sie die Anweisungen positiv, also „iss bitte mit der Gabel“, statt „nimm NICHT die Finger zum Essen“. Stellen Sie keine Anweisungen als Frage, z.B. „Wollen wir jetzt ins Bett gehen?“, auf Fragen darf man sagen „nein, danke“. Mit zunehm- endem Alter, so ab 8 Jahren, können Sie auch eine Zeit vereinbaren, bis wann etwas erledigt sein soll. Manchmal kann es hilfreich sein, Familienregeln zu definieren, das sind Regeln die für ALLE und immer gelten. Malen oder schreiben Sie die Regeln auf ein Plakat, das Sie an einem gut sichtbaren Ort aufhängen, ca. 5 Regeln sind genug, z.B. wir reden freundlich miteinander, wir gehen sorgfältig um mit Sachen, wir versorgen unsere Schuhe und Jacken etc. Wenn Ihr Kind gegen eine dieser Regeln verstößt, gehen Sie mit ihm zum Plakat und fragen Sie das Kind, welche Regeln in dieser Familie gelten.

Grundregel: Behandeln Sie Ihr Kind mindestens so respektvoll wie einen guten Freund.

 

3. Kinder zu Kooperation ermuntern

Kinder sind ein Teil der Familie und sollen früh lernen, dass sie auch einen Teil zur Arbeit in der Familie beisteuern können. Oft ist es einfacher für die Eltern, alles selber zu erledigen, doch wie soll ihr Kind dann lernen Verantwortung zu übernehmen für Alltags-arbeiten? Ziehen Sie Ihre Kinder in die Hausarbeit mit ein.

 

4. Struktur, Verbindlichkeit und Grenzen setzen

Kein Kind wird sich immer kooperativ und hilfsbereit verhalten. Kinder müssen lernen, Grenzen zu akzeptieren und mit Enttäuschungen umzugehen, wenn sie nicht erreichen, was sie wollen. Es ist die Aufgabe der Eltern die Kinder dabei zu begleiten. Für Eltern sind diese Situationen besonders herausfordernd.

Wenn Sie eine Anweisung formulieren (wie oben),
dann seien Sie bereit eine Konsequenz folgen zu lassen, wenn Ihre Kinder der Anweisung nicht Folge leisten.

Mit zunehmendem Alter wollen Kinder auch mitreden
bei Entscheidungen, hören Sie sich an, was Ihr Kind zu sagen hat.

 

5. Das Kind fördern und stärken

Eltern sollen ihren Kindern eine anregende Umgebung
bieten, das heißt nicht sie mit Spielzeug zu über-häufen
, denn oft wissen Kinder damit nicht so viel anzufangen. Kaufen Sie Spielzeug, mit denen Kinder etwas machen können, sie weiterbauen können.  Kleinen Kindern reicht es oft, wenn sie sinnliche Erfahrungen machen dürfen (kneten, mit Wasser spielen, Erbsen in Gefäße umschütten, basteln (es muss nicht nach etwas aussehen am Schluss) usw.).
Mediale Geräte gehören nicht in Kleinkinderhände, damit lassen sich keine Sinne fördern! Finden Sie heraus, was Ihr Kind besonders gerne macht und fördern Sie es in seinen Stärken, so gewinnt es Selbstvertrauen und entwickelt ein gesundes Selbstkonzept.

 

6. Beachten Sie Ihre eigenen Bedürfnisse

Alle Eltern benötigen auch Zeit für sich als Paar
oder allein – gönnen Sie sich diese Zeit!
Nur Sie allein können Ihren Energien Beachtung schenken und sie wieder auftanken. Nur wer genügend Lebensenergie hat, kann ruhig und gelassen in der Erziehung reagie-ren. Planen Sie regelmäßig Paarabende oder freie Abende für sich. Unternehmen Sie dann Sachen, die Ihnen Spaß machen, etwas, das Ihnen Energie gibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner über die Belange der
Kindererziehung, Verantwortung zu teilen entlastet und wenn beide Eltern „am selben Strick ziehen“ ist es für die Kinder und Eltern einfacher.

Und freuen Sie sich immer wieder über Ihre Kinder! Kinder sind ein Geschenk und sie bringen den Eltern viel bei.

„Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln,
wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel“